Ein IP-basiertes Protokoll von NewTek/Vizrt zur latenzarmen, bildgenauen Übertragung von Video und Audio zwischen Geräten über ein Standard-Ethernet-Netzwerk.
Was es ist
NDI (Network Device Interface) ist ein offener IP-Transport für Video in Broadcast-Qualität, mehrkanaliges Audio und Metadaten über Gigabit Ethernet. Ursprünglich 2015 von NewTek (heute Vizrt) veröffentlicht, wird NDI breit als softwarebasierter Ersatz für SDI-Verkabelung in Studios, Regieräumen, Konferenzräumen und — zunehmend — Leitständen eingesetzt.
Wie es funktioniert
Jede NDI-Quelle kündigt sich im lokalen Netzwerk über mDNS/Bonjour an. Empfänger erkennen die Quelle und beziehen den Stream über TCP. Vollband-NDI nutzt adaptive Intraframe-Kompression (~125 Mbit/s für 1080p60); NDI HX ergänzt H.264/H.265-Modi für schmalere Leitungen (~10–30 Mbit/s). Die Ende-zu-Ende-Latenz liegt im Bereich von 1–4 Frames — niedrig genug für Live-Umschaltung.
Warum es bei Videowänden zählt
Erfasst man Kamera-Feeds, eine Zweitbildschirm-Konferenz oder eine beliebige lokale Anwendung als NDI-Quelle, kann die Wand sie wie jedes andere Fenster anzeigen — ohne Capture-Karten, ohne SDI-Verkabelung, ohne quellenbezogenes Matrix-Routing. Zum größeren Zusammenhang siehe Videowand und AV over IP.
Häufige Fehler
- Die mDNS-Erkennung funktioniert nur innerhalb eines Subnetzes; für Bereitstellungen über mehrere Subnetze den NDI Discovery Server aktivieren.
- Vollband-NDI lastet einen 1-GbE-Port bei ~6 Streams aus — die Switch-Uplinks entsprechend dimensionieren.
- IGMP-Snooping muss auf den Switches konfiguriert werden, wenn Multicast-NDI genutzt wird, sonst wird das gesamte VLAN geflutet.