Hocheffiziente NDI-Variante. Nutzt H.264- oder H.265-Kompression statt des leicht komprimierten, visuell verlustfreien Formats von Voll-NDI — bringt NDI-Signale in bandbreitenarme Netze wie WLAN, um den Preis etwas höherer Latenz und zusätzlicher CPU-/GPU-Dekodierlast.
Was es ist
NDI HX ist die hocheffiziente Variante von NDI. Während Voll-NDI visuell verlustfreies Video mit rund 100-150 Mbit/s für einen 1080p60-Stream liefert, nutzt NDI HX H.264- oder (ab HX3) H.265-Kompression und landet bei etwa 8-20 Mbit/s für dasselbe Bild. Der Tausch ist der übliche Kompromiss komprimierten Videos: schmalere Leitung, geringfügig mehr Ende-zu-Ende-Latenz, mehr CPU- oder GPU-Aufwand beim Dekodieren.
Die Variantenkette
- NDI HX (Legacy). Die ursprüngliche H.264-basierte Variante von 2017. Von praktisch jedem NDI-Empfänger weiterhin unterstützt, aber für neue Kameras nicht mehr Standard.
- NDI HX2. H.264 mit aktualisiertem Profil, geringere Latenz als HX1 bei gleicher Bitrate. Stand 2026 die aktuell häufigste Variante in Produktionskameras.
- NDI HX3. H.265-(HEVC-)basiert. Rund die halbe Bitrate von HX2 bei gleicher Bildqualität, um den Preis höherer Dekodier-CPU-Last. Verbaut in neuen Produktgenerationen von PTZOptics, BirdDog, Lumens, Marshall und anderen.
Wann NDI HX die richtige Wahl ist
- Drahtlose Kameras. Ein Voll-NDI-Stream lastet eine saubere WLAN-Verbindung aus. NDI HX über WLAN ist die normale Art, wie drahtlose PTZ-Kameras tatsächlich arbeiten.
- Große Quellenzahlen in 1-GbE-Netzen. Zwanzig Voll-NDI-Quellen lasten einen 1-Gbit/s-Switch aus. Dieselben zwanzig HX2-Quellen passen bequem mit Reserve.
- Mobile Broadcast- / News-Crews. Gebündelte Mobilfunk-Uplinks haben eine harte Bandbreitenobergrenze. HX ist die einzige NDI-Variante, die hineinpasst.
Wann man bei Voll-NDI bleiben sollte
- Produktions-Master-Umschaltung, bei der Keying / Chroma zählen. H.264-/H.265-Artefakte treten in farbgekeyten Feeds zutage. Voll-NDI ist die broadcast-sichere Wahl.
- Latenzarme Operator-Workflows. HX fügt bei typischen Einstellungen ~40-100 ms gegenüber Voll-NDI hinzu. Für eine wandgesteuerte Operator-UX gewinnt meist Voll-NDI über kabelgebundene Netze.
- Kabelgebundene 1-GbE+-Netze mit überschaubaren Quellenzahlen. Unter zehn 1080p60-Quellen passt Voll-NDI ohne Kompressionsaufwand und liefert das sauberste Bild.
Was das für Videowände bedeutet
Ein Videowand-Controller, der NDI-Quellen annimmt, sollte neben Voll-NDI auch HX, HX2 und HX3 akzeptieren, sie alle durch dieselbe Composer-Pipeline dekodieren und die Bitrate / Variante pro Quelle ausweisen, damit der Operator bei der Inbetriebnahme die bandbreitenhungrigen Quellen erkennen kann. Hardware-Dekodierung (NVDEC bei NVIDIA, Quick Sync bei Intel) ist für HX3 faktisch erforderlich — Software-H.265-Dekodierung bei 1080p60 über mehr als 4-5 Quellen bringt einen Ryzen 7 an die Grenze.